Grundsteinlegung im Vertrauen auf Europa

Europäisches Forum am Rhein

Grundsteinlegung für das Europäische Forum am Rhein (EFaR): Auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern entsteht direkt am Rhein bei Altenheim „ein Leuchtturmprojekt für die Ortenau und das Elsass“, sagte Investor und Architekt Jürgen Grossmann.


Nach fast zehn Jahren Vorbereitungs- und Planungszeit entsteht nun in den nächsten anderthalb Jahren vor der Pierre-Pflimlin-Brücke für mehr als zehn Millionen Euro ein Ort für Kultur und Kommunikation, für Genuss und Lebensfreude, für große Pläne und gute gute Gespräche. Ein gutes Gelingen wünschten in ihren Grußworten unter anderem Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, Neurieds Bürgermeister Jochen Fischer sowie Edzard Schoppmann und Guido Schumacher vom Baal-Novo-Theater.


Grossmann setzt mit dem EFaR nicht nur für sein Unternehmen neue Maßstäbe. „Dieses Gebäude wird das Zeug haben, ein Wahrzeichen zu werden“, sagte Grossmann. „Spektakulär und ökologisch gebaut, setzt es an der Grenze von Deutschland und Frankreich ein Zeichen der interkulturellen Zusammenarbeit.“


Gleichzeitig war der Weg bis zur Grundsteinlegung nicht nur lang, sondern auch ziemlich steinig. „Heute stehe ich hier und habe irgendwie das Gefühl: Yes! Wir haben es geschafft“, sagt Grossmann. „Das ist ungewöhnlich. Bei normalen Projekten ist die Grundsteinlegung der Anfang eines Projektes mit einem mehr oder wenig ausgeprägten Vorspiel – hier aber habe ich das Gefühl, dass wir den Berg schon erklommen haben – was zum einen stimmt. Auch wenn wir noch viel Arbeit vor uns haben: die Unwägbarkeiten sind erledigt.“
Schon der Baugrund stellt die Architekten vor Probleme. Er war bei weitem schlechter als erwartet. Bis zu Grundsteinlegung mit mehr als 600 Rüttelstopfsäulen so verdichtet, dass er nun hinreichend tragfähig ist.

 

Das Herzstück des Gebäudes wird das Amphitheater im zweiten Obergeschoss. Die neue Spielstätte des deutsch-französischen Baal-Novo-Theaters bietet Platz für 170 Personen. Das Theater wurde 2005 gegründet und trägt mit seinen mehrsprachigen und interkulturellen Vorstellungen dazu bei, die Sprache und Kultur des Nachbarn kennen und verstehen zu lernen. Eine angeschlossene Lounge-Bar und die 370 Quadratmeter große Terrasse mit Blick auf Rhein, Elsass und Schwarzwald sollen die Spielstätte von Baal Novo zum spektakulärsten Theater Mittelbadens machen.
Im ersten Obergeschoss sind 680 Quadratmetern Bürofläche für Unternehmen vorgesehen, die in Deutschland wie in Frankreich arbeiten. Auf der gleichen Etage werde es künftig ein rund 550 Quadratmeter großes Restaurant geben, das sich mit seinem kulinarischen Angebot an deutsche wie französische Gäste richtet.

 

Kulinarische Vielfalt wird sich auch im Erdgeschoss finden. Neben einem Laden für regionale Produkte von diesseits und jenseits des Rheins entsteht ein Café samt Backstube und Restaurant. Ebenfalls im Erdgeschoss soll eine Anlaufstelle für Touristen eingerichtet werden, in der sie alle wichtigen Informationen über Ausflugsziele und Veranstaltungen der Region finden. Eine permanente Ausstellung über das integrierte Rheinprogramm wird Interessierten die Möglichkeit bieten, sich über den Hochwasserschutz der Region zu informieren.

 

Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, zollte Grossmann Respekt für seine Initiative, sein Engagement und seine Beharrlichkeit. Das Europäische Forum am Rhein ist für den Landrat ein Projekt, für das man sehr dicke Bretter habe bohren müssen. Umso begrüßenswerter sei es, dass sich Grossmann als Investor und Architekt dieser Aufgabe auf eigenes Risiko gestellt habe.

 

Bürgermeister Jochen Fischer sieht in dem Projekt große Entwicklungschancen für seine Gemeinde. „Das Gebäude bietet zukünftig auch die Möglichkeit, für Neuried zu werben“, sagt Jochen Fischer. „Dass zudem auf dem Gelände die Parkplatzsituation geordnet wird, sehe ich als eine weitere Bereicherung an.“ Neben den öffentlichen Stellplätzen soll auch eine Bushaltestelle des ÖPNV eingerichtet werden.

 

Grossmann und seine Gäste erinnerten bei der Grundsteinlegung auch an die Anfänge des Projekts im Jahr 2007: „Die Gemeinde hatte eine Anfrage des Regierungspräsidiums für einen Besprechungsraum für circa 50 Personen, in welchem sie ihr tolles Rheinprogramm für Gäste aus aller Welt präsentieren könne“, so Grossmann. „Die Schwierigkeit dabei war, dass dieser mit einer kleinen Besonderheit gebaut und zur Verfügung gestellt werden sollte: Es gab kein Budget für einen Mietzins.“

 

Investor, Entwickler und treibende Kraft des Projekts ist Jürgen Grossmann selbst. Der 1962 in Baden-Baden geborene Architekt lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Kehl. Seine Unternehmensgruppe umfasst 33 Firmen. Aktuell zählt sein Büro zu den renommiertesten in Südbaden. Zudem konnte er mit Büros in München, Straßburg, Sofia und Abu Dhabi internationale Erfahrungen sammeln. Neben den Kesselhauskuben in Offenburg, für die er den Hugo Häring Preis erhalten hat, zählt wohl der Erwerb des Kehler Bahnhofs zu seinen bekanntesten Projekten der Region. Letzteres war auch sein Einstieg in das Gebiet der Projektentwicklung. Immer mehr schafft er sich nun auch als Immobilieninvestor einen Namen.

 

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